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Fach-Dialog und Reflexion: »Open-source-Forschung« Integrale Psychotherapie Luzern

Psychosophia®
- Fach-Informationen Integrale Psychotherapie dienen der fachlichen Reflexion v.a. in Luzern oder in Zürich sowie auf schriftlichem Weg und dem dialogischen Fach-Austausch. Zweck ist sinngemäss eine »open-source-Entwicklung« einer Integralen Psychotherapie, die verschiedene Arten der Psychotherapie und weiteren Wissenschaften des Wandels wie Psychologie, Philosophie, Pädagogik, Neurowissenschaft, Buddhismus, Bewusstseinsforschung / Spiritualität u.a. berücksichtigt.

Für psychotherapeutische Fachleute diverser Fach-Richtungen sowie für fachlich Interessierte an Psychotherapie zum Durchlesen und Nachdenken.

Psychotherapie-Experten und Experten aus anderen Fachgebieten menschlichen Wandels wie Klinische und Gesundheitspsychologie, Medizin, Buddhismus, Bewusstseinsforschung, Philosophie u.a. sind eingeladen, auf den Text zu reagieren: Der untenstehende Text über Integrale Psychotherapie wird durch den entstehenden Fach-Dialog und Austausch aktiv verändert.

Ziel des Austausches und der Veränderung ist die allmähliche Entstehung einer sinnvoll strukturierten Sammlung wichtiger Bestandteile integraler Psychotherapie im Sinne der integralen Wissenschaft-in-Praxis bzw. holarchischer Entfaltungen menschlichen Bewusstseins (Entfaltung der Ganzheiten des Menschseins).

Psychotherapie, buddhistische oder philosophische Geistesschulung?

Psychotherapie kann als eine Wissenschaft des Wandels bestimmt werden. Den Anspruch auf eine Wissenschaft des Wandels kann nicht etwa nur die Psychotherapie für sich in Beschlag nehmen, sondern ist in verschiedenen Kulturen und Zeiten begründet und auffindbar.

Daher kann Psychotherapie an sich verschiedene Gestalten annehmen, die sich in unterschiedlichen Wissenschaften zeigen: Psychotherapeutisch-krankheits-orientierte, aber auch religiöse, philosophische, psychologische, medizinische, soziologische Gestalten. Eine integrale Wissenschaft des Wandels sorgt sich um spezifische Unterscheidungen, Zusammengehörigkeiten und Integration der verschiedenen Perspektiven menschlichen Wandels bzw. der Integration der unterschiedlichen Wissenschaften.

Psychotherapie als gezielte Vermittlung der Geistesschulung durch charismatische Personen ist zunächst in Religionen vorzufinden, später in diversen philosophischen und erst seit jüngster Zeit in psychologischen, medizinischen und psychotherapeutischen Schulen, die aus sozioökonomischen und iuristischen Gründen Psychotherapie nur für sich zu beanspruchen suchen, was jedoch letztlich genauso absurd ist, wie etwa der Gedanke, dass eine wirklich gelebte und erkenntnisreiche Spiritualität nur in Religionen vorzufinden wäre.

So muss etwa die praktische Philosophie unbedingt auch aus der Perspektive der Psychotherapie betrachtet werden (vgl. z.B. Yalom, Boss u.a.). Und wie viel mehr noch buddhistische Schulen und christliche Wege der Askese, die sich seit Jahrtausenden der systematischen Geistesschulung widmen!

Die aus der Sicht der interdisziplinär-integralen Wissenschaft des Wandels unsinnige Unterscheidung, Psychotherapie sei ausschliesslich kranken Menschen vorbehalten, basiert letztlich auf der falschen Grundannahme, dass sie etwas ganz anderes sei als andere Schulen menschlichen Wandels. . Diese Unterscheidung bzw. deren Grundannahme bereitet einiges an Verwirrung und Irrtümern. Es ist wichtig wahrzunehmen, dass die jeweiligen Theorien und Techniken sich gerade auch - bzw. zuerst! - in philosophischen, psychologischen und religiösen Schulen finden.

Aus der Sicht der integralen Wissenschaft menschlichen Wandels ist die Kenntnis der Gemeinsamkeiten und der Fach-Austausch über wichtige Unterscheidungen der jeweiligen Schulen des menschlichen Wandels wichtig.

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Allgemeine Unterscheidungen von Psychotherapie


Eine gesellschaftlich gängige Unterscheidung von Psychotherapie und Nicht-Psychotherapie basiert auf einem iuristisch-ökonomischen Argument. Dieses besagt, dass der Begriff Psychotherapie nur für das Behandeln von psychischen und psychosomatischen Krankheiten vorbehalten sei. Dies ist aus wissenschaftlich-inhaltlicher Sicht insofern fragwürdig, da sie bei Laien eine inhaltliche und methodische Unterscheidung impliziert, die an sich oftmals gar nicht gegeben ist. Psychotherapie und Beratung, Begleitung o. ä ist in vielen Bereichen prinzipiell nicht unterscheidbar insofern der Wandel, das Einüben, die Erkenntnis und/oder die Erfahrung im Vordergrund steht (was wohl meistens der Fall ist...). Es wäre sinnvoll, eine integrale Wissenschaft des menschlichen Bewusstseinswandels zu etablieren, die diese scheinbar verschiedenen Aspekte zusammenbetrachten kann.

Dass diese Unterscheidung jedoch längst wirksam ist, muss nicht betont werden. Es ist wichtig, wahrzunehmen, dass diese aus fachlicher Sicht der Wissenschaft des Wandels unglücklichen Tatsachenschaffung künstlich ist: Denn sowohl wir Fachleute als auch Laien sollten davon Kenntnis nehmen, dass Methoden wie Inhalte von Psychotherapie bzw. Wissenschaften des Wandels vielmehr aus einer Sicht des Wandels, nicht aus der Perspektive krank-gesund getätigt werden sollten.

Dennoch ist die genannte Unterscheidung, da sie ein Fakt ist, natürlich zu berücksichtigen und daher auch mitzutragen. Versuchen wir eine Begriffsbestimmung:

Allgemein gilt aus iuristischer Sicht:

Psychotherapie ist die Leistung eines Psychotherapeuten, Arztes oder Psychiaters im Sinne gesetzlicher Verordnungen. Als iuristischer Massstab, wann eine Leistung Psychotherapie ist oder nicht, gelten letztlich das ICD-10 bzw. DSM-IV. Dies sind Klassifikationssysteme, die von Psychiatern der Weltgesundheitsorganisation in aller Welt (ICD) bzw. solchen der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung (DSM) zur Einteilung psychischer Störungen erstellt wurden.

Erfüllen die Beschwerden eines Menschen die Kriterien einer Störung, so hat er/sie Anspruch auf »medizinische« (psychotherapeutische, psychiatrische, medikamentöse) Leistungen zulasten der Krankenkasse. Mit letzterer kommt eine dritte bzw. man könnte sagen neben der Klassifikation / Diagnose eine vierte Partei mit ins Spiel, die Art und Umfang der Therapie mitbestimmt.

Dies kann ein Nachteil sein, denn die Krankenkassen versuchen insbesondere aus ökonomischer Perspektive mitzubestimmen, was sie bezahlen müssen. Ein weiterer Nachteil kann auch sein, dass das Etikett »Krankheit« unheilsam im Vordergrund steht. Damit, wie auch mit der Beteiligung von weiteren Parteien wie beispielsweise der Krankenkasse, kann jedoch durchaus heilsam umzugehen gelernt werden.

Unterscheidungen von Psychotherapie-Formen

Psychologische Psychotherapie ist die psychotherapeutische Leistung von Klinischen Psychologen, Psychotherapeuten, Ärzten oder Psychiatern zur professionellen Anwendung wissenschaftlich und psychologisch erprobter Methoden für nachhaltigen Bewusstseins-Wandel. Psychologische Psychotherapie kann durch ärztlich verordnete medikamentöse Therapie begleitet und auch als delegierte Psychotherapie angeboten werden.

Psychologische Psychotherapie hat sich in sehr verschiedenen Formen entwickelt. Historisch gesehen entstanden verschiedene Psychotherapierichtungen bzw. -schulen, die sich - nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen - auch konkurrenzieren bzw. gar »bekämpfen«. Dies erschwert eine integrale Sicht der Wissenschaft des Bewusstseinswandels. In jüngster Zeit gibt es aber auch in zunehmenden Masse Versuche der Integration aus den bestehenden Richtungen sowie darüber hinaus Versuche der (Neu-) Entwicklung einer integralen (psychologischen) Wissenschaft des Bewusstseinswandels.

Aus diesem Grunde sollte eine psychologische Psychotherapie stets eine integrale psychologische Psychotherapie sein, oder sich zumindest um die integrale Sicht auf den Menschen bemühen, um so der Komplexität des Menschen und seines Wandels eher gerecht werden zu können.

Eine rein kassentechnische Bezeichnung der psychologischen Psychotherapie ist übrigens die sogenannte delegierte Psychotherapie: Delegierte Psychotherapie ist die ärztliche Delegation von Psychotherapie an den vom Arzt im Auftragsverhältnis angestellten psychologischen Psychotherapeuten. Der Vorteil für Patienten: Die Krankenkassen übernehmen 90 % der Kosten für die delegierte Psychotherapie.

Weitere Behandlungsansätze:

«Medikamentöse Psychotherapie»: Ärzte / Psychiater setzen in der Therapie auch Medikamente, sogenannte Psychopharmaka, ein. Dies kann aus psychotherapeutischer Sicht durchaus Sinn machen und sollte unbedingt auf die Ziele einer sinnvollen Psychotherapie abgestimmt sein, die der Patient nach Möglichkeit massgeblich mitbestimmt. Aus integraler Sicht sollte eine «medikamentöse Psychotherapie» - Psychoharmakotherapie - natürlich niemals als alleinige Therapieform sondern nur im Rahmen einer integralen Therapie, die auch die von Ärzten oder Psychologen durchgeführte psychologische Psychotherapie umfasst, angewandt werden.

Kreativ- und Körpertherapien wie z.B. Tanz- und Bewegungstherapie, Gestaltungstherapie, Ergotherapie, Atemtherapie, ..., werden heute ebenfalls in breitem Umfang angeboten - gerade auch in psychiatrischen Institutionen.

Entspannungstherapien wie die Progressive Muskelrelaxation (PMR), das Autogene Training (AT), Hypnose und Selbsthypnose sowie neuere achtsamkeitsorientierte (eher meditative) Methoden, werden ein immer wichtigerer Bestandteil der Psychotherapie, da sie als wichtiges Behandlungsmodul, in der Rehabilitation sowie in der Prävention angewandt werden können.

Meditation: Im Rahmen der integralen psychologischen Psychotherapie wird unter anderem die eigene (innere) Kreativität und Kraft auch mittels meditativer Übungen gefördert und belebt. Dies kann individuell in einer ambulanten Psychotherapie begleitet werden und wird auch stationär angeboten.

Fortschrittliche psychosomatische und psychiatrische Kliniken, die auch Meditationen in ihr therapeutisches Konzept integriert haben, sind zum Beispiel die mehrfach ausgezeichneten Heiligenfelder Kliniken in Bad Kissingen, oder die Caduceus Klinik in Bad Bevensen, die auch empirisch evaluierte, längere Retreat-Möglichkeiten anbietet.


Psychosophia®
- Fach-Informationen für Erforschung und Dialog über nachhaltigen Wandel


Das
Psychosophia® - Institut erforscht die Bedingungen einer integralen Wissenschaft menschlichen Wandels, bringt gewonnene Erkenntnisse in ihre Beratungen und Begleitungen hinein und sucht den Dialog mit weiteren Fachleuten zur Entwicklung und Förderung der integralen Wissenschaft des Wandels.

Am sich aktuell entwickelnden Fach-Informations-Beispiel der Integralen Psychotherapie soll zunächst und folgend abrissartig wie auch ausführlicher dargestellt werden, welche inhaltlich-praktischen Bedingungen eine solche integrale Wissenschaft zu erfüllen hat. Eine Diskussion der methodischen Schwierikeiten einer integralen Wissenschaft des Wandels stellt sich unseres Erachtens erst nach einer Klärung von wichtigen Gemeinsamkeiten.


Ziel ist die Anregung des Fach-Dialoges über den nachhaltigen menschlichen Wandel. Wir freuen uns auf Reaktionen!


Was kann eine integrale psychologische Psychotherapie sein?


Das Hauptziel einer integralen Psychotherapie ist der nachhaltige menschliche Wandel und die erkenntnisorientierte Vermittlung des Wandlungs-Geschehens (Psychoedukation):

• Integrale Psychotherapie ist eine pragmatisch orientierte Psychotherapie, nach Möglichkeit im Sinne einer Kurzzeit-Psychotherapie, ohne jedoch tiefenpsychologische (Psychodynamik) und »höhenpsychologische» (transpersonale Psychologie, Bewusstseinsforschung bzw. Spiritualität) Sichtweisen zu vernachlässigen oder gar zu leugnen.

• Die tiefenorientierte Sichtweise ist wichtig. Je nach nach Voraussetzung des Patienten kann sie in die Psychoedukation einbezogen werden, so dass die Selbstwahrnehmung bzw. die Introspektion (die Sicht nach »Innen«) auf sinnvolle, d.h. lösungs-, ziel- und wirkungsorientierte, Weise gestärkt werden kann. Dies gilt auch für die spirituelle Sichtweise, die mit Aspekten der Frage nach dem Ich und seinem Grund beginnt, mit der sich u.a. die daseinsanalytische Psychotherapie beschäftigt.

• Integrale Psychotherapie ist in ihren Patientenkontakten transparent, autonomiefördernd, feedbackreich, individuumszentriert und bezieht das Körperbewusstsein wie auch das Fragen und Finden von Antworten erkenntnis- und erfahrungsorientierter Spiritualität als ganz selbstverständlich mit ein.

• Integrale Psychotherapie ist ziel-, wirkungs- und lösungsorientiert.


Weitere Ziele einer integralen Psychotherapie sind die Abnahme leidhafter Situationen, die Zunahme positiver Erfahrungen, eine wirksame Hilfe zur Selbsthilfe, die Stärkung von Ressourcen, ein nachhaltiger Wandel, psychische Heilung und Prävention durch vielfältige und multimodale Erkenntnis- und Erfahrungsvermttlung.

Integrale Psychotherapie stellt sich den wesentlichen Fragen der Spiritualität, die sie aus der Philosophie und der Religionswissenschaften und spezifisch auch der Mystikforschung schöpft: Inwiefern können ihr bzw. den PatientInnen existentialistische, daseinsanalytische und religiöse Erfahrungen, Reflexionen und Therapieformen hilfreich sein? Sprechen nicht seit jeher schon Mystiker von tiefsten Wesens- oder Seinserfahrungen? Handelt die Wissenschaft des Wandels nicht genau davon?

Könnten solche menschlichen Erfahrungen nicht auch das Ziel einer integralen Psychotherapie sein, im Sinne eines Horizonts, auf den wir als Wissenschaftler, Psychotherapeuten, Psychologen, Mediziner u.a. uns grundsätzlich zusteuern könnten? Die Mystiker versprechen uns: Eine solche Erfahrung bewirkt nachhaltigsten Wandel, ist von unerschütterlichem Urvertrauen geprägt.


Die Wirksamkeit einer integralen Psychotherapie zeichnet sich aus durch eine achtsame und wohlwollende psychotherapeutische Begegnung - basierend auf modernster Psychotherapieforschung und zum Beispiel auf Zen-Erfahrung tragender Offenheit - ein wichtiger Aspekt der Spiritualität, der auch in die therapeutische Begegnung und Beziehungsgestaltung einfliessen kann -, ferner durch Teamwork von Patienten und Therapeuten sowie durch schulenübergreifende psychotherapeutische Methoden und die aktive psychotherapeutische Förderung und Nutzung von Feedback.

Eine integrale Psychotherapie sorgt sich als moderne wissenschaftlich fundierte und kreative integrale psychologische Psychotherapie mitfühlend tragend wie auch aktiv verändernd um den nachhaltigen Wandel heraus aus leidhaften und unheilsamen Situationen von psychisch leidenden Menschen hin zu mehr Wohlbefinden Vitalität und starker innerer Ruhe.


Zur Erforschung, Erarbeitung und Veränderung hin zu einem heilsamen Erleben, Verständnis und Verhalten werden im Sinne einer verantwortungsvollen und möglichst nachhaltigen Psychotherapie verschiedene Methoden mit interdisziplinär-integraler Haltung angewendet.

Bei der Wahl der jeweiligen Methode wird wohl im Sinne der Integralität, nach Massgabe der wissenschaftlichen Erkenntnis und therapeutischer Erfahrung, eine individuell und situativ passende, möglichst nachhaltige und wirksame Kurzzeit-Intenvention als optimale Vorgehensweise gewählt.

Im Sinne der nachhaltigen Erweiterung und Stärkung der individuellen Autonomie macht die integrale Psychotherapie alle wichtigen psychotherapeutischen Vorgehensweisen transparent und bespricht sie gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten und wählt sie jeweils auch nach gemeinsamer Absprache: Der Therapeut steht so in der Pflicht des Erklärens und des Aufzeigens der jeweiligen Plausibilität des von ihm gewünschten Vorgehens.


Psychosophia®
- Forschungs-Informationen: Integrale Kurzzeit - Psychotherapie

Eine integrale Psychotherapie bietet verschiedene Methoden zur Erarbeitung des Wandels an, insbesondere psychologische, philosophische, psychotherapeutische, spirituelle.

Im Vordergrund stehen dabei solche Methoden, die im individuellen Rahmen raschen Wandel versprechen, ohne jedoch die Nachhaltigkeit des zu erwirkenden Wandels zu vernachlässigen.

In Frage kommen etwa neuropsychotherapeutische, systemische, hypnosystemische und verhaltenstherapeutische pragmatische Ansätze des Wandels von Gefühl, Verstehen und Verhalten, die eben gemäss wissenschaftlichen psychotherapeutischen Untersuchungen in möglichst kurzer Zeit und auch wirklich nachhaltig erwünschten positiven Wandel herbeizuführen versprechen.

Je nach der aktuellen und allgemeinen individuellen Problem- und Konfliktsituation und vom gemeinsam fokussierten Ziel der Psychotherapie können die im Vordergrund stehenden praktischen und wirksamen Ansätze natürlich ergänzt werden von hilfreich orientierenden und wichtige Basis schaffenden philosophischen und daseinsanalytischen Gedanken und Reflexionen, bei Bedarf von tiefenpsychologischen Persönlichkeits- und Situationsanalysen sowie von Sinn vermittelnden Gedanken der transpersonalen Psychologie und Psychotherapie.


Das bedeutet unter anderem:

PatientInnen können - je nach Indikation, Zielorientierung und Bedarf - angeleitet und gemeinsam mit dem Therapeuten

• die Leidensentstehung analysieren und auf verschiedenen Ebenen Verstehen lernen, inklusive der möglichen gemeinsamen Erarbeitung der systemischen und psychodynamischen Familiengeschichte sowie andere Einflüsse (z.B. soziologische)

• die aktuelle Situation betrachten, akzeptieren und aktiv verändern lernen

• nach Lösungen suchen und heilsame Lösungsmöglichkeiten durchspielen

aktiv Geistes-Haltungen und Verhaltensweisen einüben, wie zum Beispiel Selbstsicherheits-Training, Angst-Expositions-Training u.a.

Auch professionelle psychotherapeutische Anregungen zu Perspektivenwechsel und eine umfassende Psychoedukation für das Verstehen des individuellen psychischen Geschehens sowie Verhaltensverschreibungen paradoxer und nicht-paradoxer Art können angewandt werden, um den erwünschten nachhaltigen Wandel bewirken zu können.

Als verantwortungsvolle, moderne wissenschaftsorientierte Psychotherapie schenkt eine integrale Psychotherapie nebst dem wichtigen therapeutischen Engagement besonders viel Achtsamkeit der Entstehung einer professionellen tragenden und heilsam förderlichen psychotherapeutischen Begegnung zweier Menschen in aktuell unterschiedlichen Rollen.


Ziel verantwortungsvoller psychologischer Psychotherapie: Nachhaltiger Wandel


Die folgende kurze Unterteilung von psychologischen und philosophischen Psychotherapiemethoden in direkte und indirekte Methoden menschlichen Wandels lässt die grosse Vielfalt an psychotherapeutischen Methoden bereits erahnen, die nutzbar und in sogenannter Psychoedukation (Psychoedukation ist eine für die nachhaltige Wirksamkeit wichtige pädagogisch-psychologisch-psychotherapeutische Vermittlung des wirkenden psychischen Geschehens) vermittelbar gemacht werden können, für eine verantwortungsvolle psychologische Psychotherapie und für die nachhaltige präventive Hilfe zur Selbsthilfe:


• Direkte Methoden für den Wandel von aktuell leidhaftem Erleben und Verhalten. Im Vordergrund ist die direkte Veränderung des Erlebens und Verhaltens.

• Direkte u./o. indirekte Methoden des Wandels für (un-) mittelbare Einsicht in Zusammenhänge. Im Vordergrund ist die Einsicht und Erkenntnis in Entstehungszusammenhänge, was bereits Wandel hervorrufen kann.

• Indirekte Methoden des Wandels zur Vermittlung wichtiger Geistes- und Verhaltenstechniken. Im Vordergrund sind Techniken zur Lenkung des Denkens, Fühlens, Erkennens und Verhaltens.

Je nachdem, welcher Wandel gerade gesucht wird - Erleben, Verhalten, Einsicht, Selbstbeeinflussung -, werden auch unterschiedliche Tiefenebenen unserer Persönlichkeitsstruktur angesprochen und natürlich mitbeachtet.


Die vielen Gründe für psychische Erkrankungen


Es gibt sehr viele psychische Erkrankungen. Und es gibt sehr viele, in grosser äusserlicher und innerlicher Vernetzung auftretende Gründe, psychisch zu erkranken. Aus diesem Grunde gibt es sehr oft nicht einen bestimmten Grund, warum jemand leidhaft psychisch erkrankt ist.

Wir wissen, dass es durchaus vorkommen kann, dass zwei Menschen »dieselbe« schlimme Situation erleben, wobei der eine an ihr z.B. im Sinne einer posttraumatischen Belastungsstörung erkrankt, der andere jedoch nicht. Der zweite jedoch kann durchaus unter einen ganz anderen Situation leiden, unter der wiederum der erste nicht leidet.

Das heisst etwa in diesem Beispiel: Obwohl letzterer nicht an einem Trauma erkrankt, muss er daher nicht gleich auch generell psychisch gesünder sein - die psychischen Schwachstellen können individuell sehr unterschiedlich sein.

Und im allgemeinen bedeutet es wohl: Für eine psychische Heilung ist es nicht unbedingt wesentlich, einen bestimmten Grund zu kennen - häufig ist ein grundlegendes Verständnis des psychischen Geschehens selbst wichtig sowie das realisierbare Wissen, heilsame Erfahrungen oder zumindest ihre Bedingungen selbst herbeiführen zu können.

Aus dieser Tatsache der immer vorhandenenen individuellen Erkrankungszusammenhänge folgt letztlich, dass, nebst scheinbar wirklich eindeutigen Gründen psychisch leidhaft zu erkranken, die Ursachen der Leidentstehung eben stets auch als individuelle Ursachen betrachtet werden müssen und nicht etwa bloss als allgemeine, für alle Menschen geltende Ursachen oder Auslöser.

Das bedeutet im Wesentlichen, dass der ganze Mensch mit seiner Geschichte und entsprechenden Zukunftsorientierungen zu berücksichtigen ist - das heisst insbesondere das, was wir als aktuelles Ich bezeichnen. Aus diesem Grund der individuellen Krankheitsentstehung vertritt eine integrale Psychotherapie unabdingbar eine konstruktivistische Haltung.

Konstruktivistisch oder radikalkonstruktivistisch meint in unserem Zusammenhang im Wesentlichen: Es ist stets das Ich, das sich Selbst- und Welt-Sicht erschafft, natürlich in Abhängigkeit von sozialen Strukturen, biologischen und anderen »Mitbringsel« sowie aktuellem Erleben und Verhalten. Und natürlich nicht nur bewusst (explizit), sondern gerade zu einem sehr grossen Teil auch unbewusst (implizit).

Die konstruktivistische Haltung findet sich in der Philosophie etwa bei Kant oder auch schon viel früher bei den Griechen, z.B. bei den Skeptikern, ferner in der Psychologie und Psychotherapie bei Paul Watzlawick, Ernst von Glasersferld, Heinz von Förster, in der Systemischen Psychotherapie, allmählich in der kognitiven Verhaltenstherapie und natürlich in der Neurowissenschaft und der Neuropsychotherapie (z.B. nach Klaus Grawe), die sich auf die Neurowissenschaft bezieht.


Das ICH erkrankt - das ICH heilt: Ich-Strukturwandel durch Geistesschulung


Auch wenn der Satz etwas zu einfach erscheint - auf den Punkt gebracht kann man aus der konstruktivistischen Erkenntnis feststellen: Es ist das Ich, das erkrankt und leidet bzw. ein bestimmter Teil des Ichs. Denn im Fall psychischen Leidens ist stets unser Ich im Wesentlichsten ge- und be-troffen.

Da wir unser gerade aktuelles Ich jedoch selten von einer Beobachter-Aussenperspektive zu betrachten gelernt haben, erkennen wir diese Tatsache jedoch ebenso recht selten. Dies zu lernen wäre möglich durch eine bestimmte Geistesschulung und Meditation: Dann lernen wir uns selbst - unsere Struktur und ihre daraus folgenden Wirkungen - zu betrachten. Zum Beispiel zunächst indirekt durch philosophisch-psychologische Reflexionen, dann unmittelbar durch meditative Techniken und schliesslich auch während eines aktuellen Alltags-Geschehens.

Die Beobachter-Perspektive zu erlernen und einzunehmen ist jedoch nicht ganz einfach und erfordert (den starken Willen für) eine Geistesschulung: Wir lernen hierbei, während des Selbst-Beobachtens denjenigen Zwischenraum zu finden, der sich auftut während des Prozesses, wenn wir achtsam mit unserer Struktur auf diese selbst schauen.

Und das ist für alle Übende ziemlich schwierig, jedoch auch grundsätzlich erfolgreich erlern- und erlebbar.

Erst recht schwierig ist es jedoch für ein psychisch leidendes Ich, sich während des erlebten Leidens achtsam zuzusehen und so wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Dies haben wir, nebst der Erarbeitung unserer eigenen Erfahrungen in der Aussen-Beobachter-Perspektive, unbedingt zu berücksichtigen. Der Zwang dazu nützt kaum was und schadet viel. Wir müssen dahinein wachsen, reifen.

Denn leider haben ja nur die wenigsten von uns jemals erkennen lernen dürfen, dass wir dieses Ich unwillkürlich ständig selbst generieren und lenken. Dies ist ein Geschehen, das wir bewusster erkennen und vollziehen könnten, etwa durch eine philosophische, hypnosystemisch-neurowissenschaftlich gestützte oder auch buddhistisch genannte oder geprägte »innere« Lebensgestaltung bzw. Geistesschulung. Erlernt sollte eine solche Geistesschulung jedoch schrittweise. Und sie erfordert eine gut angeleitete regelmässige Übung.


Die Wichtigkeit individueller achtsamer beobachtender Geistesschulung


Eine achtsame Geistesschulung kann daher präventiv wie auch im psychotherapeutischen Sinne durchaus viele nachhaltige heilsame Wirkungen entfalten - unter der Voraussetzung freilich, dass wir mit eine solche Geistes-Ausrichtung gut üben und nicht etwa in einem perfektionistisch namutenden Anspruch übertreiben, um nicht in neue unheilsame und damit leidhafte Ich-Struktur-Fallen zu geraten.

Denn wichtig ist: Eine Einübung in achtsam beobachtender Geistesschulung sollte stets ohne Druck vollzogen werden.

Grundsätzlich gilt: Geistesschulung kann man durchaus ganz alleine für sich üben. Es kann jedoch auch wichtig sein, auch hier mit einer erfahrenen Fachperson gemeinsam hinzusehen, was an einer Ich-Beobachtung möglich und sinnvoll ist im Augenblick und schrittweise vorzugehen.

Da dürfen wir uns nicht ausnehmen und gilt auch für uns Experten: Wir lernen nie aus, und können, wollen wir selbst auch weiter wachsen, uns immer wieder in verschiedene Lehrer-Schüler-Verhältnisse begeben. Vielleicht ist das einer der grossen Vorzüge unserer Fachrichtung: Wir sind dabei, uns zu spezialisieren in einer grossen zusammenwachsenden integralen Wissenschaft des Wandels. Und sind selbst Übende, Schüler wie auch Lehrer. Ganz lebensgemäss.


Was ist eigentlich das ICH?


Was ist das Ich? Es ist uns klar: Wir erleben uns deutlich als oder in einem Ich. Und wir meinen aus diesem Grunde allzu rasch, dass dieses Ich an und für sich existiert. Interessanterweise weisen aber wichtige Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften - in Übereinstimmung jahrtausendalter Erkenntnisse des Buddhismus und der »westlichen Philosophie« - darauf hin, dass das Ich an sich, bzw. aus sich selbst heraus, nicht per se existiert.

Wie ist das möglich, wo wir uns doch als dieses Ich klar erleben?

Ganz einfach: Wir generieren dieses Ich immer wieder neu, freilich normalerweise ohne es bewusst zu bemerken und erleben uns aus dieser Struktur heraus. Daher meinen wir: Diese Struktur existiert auch an und für sich.

Denn das Ich ist die aktivierte Teil- oder Gesamt-Struktur, aus der heraus wir gerade Selbst und Welt erfahren und aus der heraus wir auch handeln.

Im Alltag ist uns diese Ich-Struktur gewöhnlicherweise natürlich hilfreich, jeweils dann, wenn es im Einklang steht mit den inneren und äusseren Erfordernissen.

Manchmal ist der Einklang gar so stark, dass man sagen könnte, dass es in solchen Augenblicken Wahrnehmung und Handlung »gibt« »ohne« ein dazwischengeschaltetes Ich: Dies ist das Tor, auf das viele spirituelle Wege hinweisen wollen, und auch die psychologische Flow-Forschung und führt zur dieser Erfahrung »positiver Selbstvergessenheit«.

Was uns aber auch oft geschehen kann: Unsere aktivierte Ich-Struktur blockiert inneres oder äusseres Geschehen. In solchen Fällen ist es dann von Aussen manchmal gut erkennbar, wie jemand bzw. seine Ich-Struktur sich - ungewusst und unbewusst oder auch wissend - sträubt gegen das aktuelle Geschehen.


Mangel an wesentlichen Erfahrungen und fehlende ICH-Struktur-Flexibilität


In unserem »normalen« Alltag schafft uns unsere Ich-Struktur normalerweise eher wenig Probleme. Unser Ich erlaubt uns Erleichterungen in Wahrnehmungen und Orientierungen: Wir ordnen mit unserer Ich-Struktur Dinge und Erlebnisse ein.

Daher ist es eigentlich ziemlich wichtig, dass wir dieses Ich immer wieder betrachten und auch selbst (nicht bloss von Aussen!) lenken sowie die verschiedenen Teile des Ichs integrieren und deren Einseitigkeiten harmonisieren können.

Denn sonst versuchen wir, die Dinge und Erlebnisse unserem Ich bzw. unseren Ich-en anzupassen, anstatt umgekehrt. Genau dies schafft aber oft psychisches Leiden.

In der integralen psychologischen Psychotherapie, die natürlich immer auch philosophische und spirituelle (davon handelt der Text gerade!) Psychotherapie sein sollte, kann nun auch gelernt werden, diese Ich-Struktur - wenn auch leider häufig zum ersten Mal - zu betrachten, beobachten und in heilsamere Bahnen lenken.

Damit kann eine im Sinne der psychologischen Prävention verantwortungsvolle psychologische Psychotherapie nebst der Behandlung psychischen Leidens auch eine gut fundierte Einleitung sein für eine lebenslange heilsame und positive Geistesschulung, wie sie durch viele Traditionen vermittelt werden.


Der diagnostische Blick: Wie ist es jetzt bei mir - welche Struktur bin ich aktuell?


Es gilt stets zuerst genau hinzusehen, in welcher Struktur das eigene Ich gerade steckt und daher Leiden hervorruft. Manchmal kann dabei hilreich sein, zu schauen, welche Möglichkeiten der leidenden Ich-Struktur es überhaupt gibt.

Folgend sind daher einige häufige und markante Ich-Formen bzw. -Strukturen dargestellt, im Versuch, die diagnostischen Kriterien durch einen mehr phänomenologischen Erlebens-Aspekt darzustellen:


Das sich nach Liebe sehnende Ich

• Unheilsame Aktivitäten und Gewohnheitsentwicklungen aufgrund einer zugrundeliegenden Selbst-Ablehnung und Sehnsucht nach Liebe
• Leidhafte Verstrickungen durch fehlgeleitete Suche nach Liebe


Das sich suchende Ich - Existenzkrisen, Identitätskrisen

• Quälende und nur schwer zu bewältigende Fragen nach der eigenen Existenz und Identität
• Lebenskrise
• Sinnkrise


Das sich aufblähende Ich - das in Gestaltungs- und Machbarkeitswahn verstrickte Ich


Das Partnerschafts-Ich - belastende Krisen in Beziehungen und Begegnungen

• Stark belastende Probleme und Konflikte in der Partnerschaft
• Plötzliche, gewaltsame Trennungen vom Partner oder Trennungen nach sehr engen Beziehungen
• Erkrankung eines Partners, Todesfälle
• Leidhaftes Ersehnen nach einer Partnerschaft mit gleichzeitigem Blockiert-sein


Das Alltags- und Berufs-Ich - belastende Ereignisse des Alltags- und Berufslebens

• Belastende Lebensereignisse persönlicher, sozialer, finanzieller Art
• Sinnverluste, erlebter Verlust des Sinn des Lebens, quälende und belastende Sinnfragen
• Schwierigkeiten mit dem Alleinesein, sich alleine fühlen
• Innere Unruhe
• Starker Stress sowie einseitiger unheilsamer Umgang mit Stress
• Mobbing
• Burnout
• Einseitige Lebensweise und unheilvolle Ausrichtung nur auf die Arbeit (workaholic)


Das verängstigte Ich - Ängste und Phobien

• Stark bedrückende Lebensängste, Existenzängste
• Angst- und Panikstörung, generalisierte Angststörung
• Soziale Ängste: Sozialphobie
• Spezifische Ängste bzw. Phobien: Agoraphobie, Spinnenphobie, Höhenphobie, Tierphobien u.a.
• Diverse Ängste


Das in Gedanken und Handlungen gefangene Ich - Zwangserkrankungen

• Zwangsstörungen: Grübelzwang und Zwangsgedanken, Zwangshandlungen


Das emotional bedrückte oder euphorische Ich - affektive Erkrankungen

• Affektive Störungen: Depression, saisonale Depression, manisch-depressive Erkrankung
• Depressive Persönlichkeit


Das in aktivierten kindlichen Mustern gefangene Ich - Regression

• Regression und Progression im psychodynamischen Sinne: Unflexible und unangepasste Abwehrmechanismen zur Abwehr von Ich-bedrohenden Erlebnissen


Das traumatisierte Ich - Trauma, traumatische Erfahrungen

• Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen nach veränderter Umweltsituation: Akute Belastungsreaktion, posttraumatische Belastungsstörung


Das abdriftende und abspaltende Ich - Dissoziation, Derealisation- u. Depersonalisation

• Dissoziative Amnesie und Fugue
• Trance (als psychischer Abwehrmechanismus) und sog. Bessenheitszustände
• Dissoziative Störungen der Bewegung und der Sinnesempfindung
• Spirituelle Krisen, Non-Integration aussergewöhnlicher Bewusstseinserfahrungen


Das körperlich leidende Ich - psychosomatische und somatoforme Störungen

• Psychosomatische Störungen, Somatisierungsstörungen
• Angst vor körperlichen Erkrankungen, häufig in ursächlich erlebtem Zusammenhang mit entsprechenden Körperwahrnehmungen - sog. hypochondrische Störungen
• Somatoforme autonome Funktionsstörung: Herz- und Magenneurose, psychogene Diarrhoe u.a.
• Somatoforme und psychogene Schmerzstörungen


Das sich verlierende Ich - schizophrene Erkrankungen, wahnhafte Störungen

• Schizophrene Erkrankungen: Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen, Ich-Desintegration


Das sich körperlich ablehnende Ich - Essstörungen

• Bulimie: Heisshunger, Essattacken und übertriebene, zwangshafte Beschäftigung mit der Thematik des Essens
• Anorexie: Absichtliche Herbeiführung und Aufrechterhaltung des Gewichtsverlustes, zwangshafte Beschäftigung mit der Essthematik, der Kontrolle des Körpergewichtes und eines fixen Körperbildes


Das körperlich und psychisch ruhelose Ich - Schlafstörungen

• Schwierigkeiten mit Einschlafen und Durchschlafen, mehrfaches Aufwachen in der Nacht, Müdigkeit während des Tages, Erschöpftheit
• Verlust des Loslassens, des Sich-Fallen-Lassens in den Schlaf, in die Entspannung, in die geistig-psychische Ruhe und Stille


Das sexualisiert leidende Ich - sexuelle Funktionsstörungen

• Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen
• Schwer kontrollierbar gesteigertes sexuelles Verlangen
• Unheilsame, leidhafte einseitige sexuelle Fixierung
• Sexuelle Aversion und mangelnde sexuelle Befriedigung
• Versagen genitaler Reaktionen, Orgasmusstörung, ejaculatio praecox, nichtorganischer Vaginismus
• Schmerzen während des Sexualverkehrs aufgrund nicht-körperlicher Ursachen (nichtorganische Dyspareunie)


Das leidende Gewohnheits-Ich - Missbrauch von nicht abhängigkeitserzeugenden Substanzen

• Das Gefangensein nach gewohnheitsmässigen Verlustiggehen des Masshaltens


Das süchtige Ich - psychische Erkrankungen durch abhängigkeitserzeugende Substanzen

• Sucht nach Alkhokol, diverse Formen des Alkoholismus
• Sucht nach Drogen: Haschisch, Kokain, Heroin, ...
• Sucht nach diversen Medikamenten nach entglittener Selbstmedikation
• Sucht nach Tabakwaren
• Diverse weitere Süchte


Das körperlich-psychisch sich verändernde Ich - organisch bedingte psychische Erkrankungen

• Demenzen: Alzheimer, vaskulär, Morbus Pick, Parkinson, HIV u.a.
• Weitere organische bedingte psychische Störungen: Persönlichkeitsstörungen u.a.


Das leidende Persönlichkeits-Ich - Unheilsame Persönlichkeitsstruktur, entspr. Verhaltensstörungen

• Persönlichkeitsstruktur ängstlicher Typus. Viel Anspannung und Sorgen, wenig Entspanntheit
• Persönlichkeitsstruktur anhänglich-abhängiger Typus. Leidvolle und unheilsame Anhänglichkeit
• Persönlichkeitsstruktur misstrauisch-paranoider Typus. Misstrauen, Argwohn im Zentrum
• Persönlichkeitsstruktur borderline Typus. Impuls-Kontroll-Störungen, tiefe Frustrationstoleranz


Nach dem Erkennen meiner eigenen aktuellen leidhaften Ich-Struktur aus dieser phänomenologischen Sichtweise, die hier grob vereinfachend dargestellt ist, könnte es nun darum gehen, meine Erkenntnis und die Entstehung der Zusammenhänge zu vertiefen, um bereits zu Beginn der Selbst-Erkenntnis und immer wieder meine Ich-Struktur bewusster, aktiver, achtsamer und heilsamer zu verändern.

Damit verwischen die diagnostischen und die psychotherapeutischen Kriterien allerdings noch mehr, wie es etwa die systemischen Schulen vor längerer Zeit bereits erkannt haben (und zuvor Kant, die Griechen, der Buddhismus...).


Durch Integrale Psychologische Psychotherapie wieder auf Entfaltungskurs?


Eine professionelle und gelingende integrale Psychotherapie trägt durch eine professionelle Beziehungsgestaltung mit Verständnis und Mitgefühl durch vernehmendes und damit annehmendes Denken, begleitet und fördert aktiv Entwicklungsmöglichkeiten und fordet wegweisende innere wie äussere Bewegungen durch reflektierendes, offenes und fragendes Denken.

Der Weg


Die Ursachen, Bedingungen und Zusammenhänge der aktuellen Bewältigungsphase gemeinsam zu suchen und wahrzunehmen, um diese aktiv und bewusst zu verändern und so an der Bewältigung durch integrative Arbeit wieder persönlich wachsen zu können, in Versöhnung mit dem eigenen bisherigen Weg - dies ist der wohl wichtigste Beitrag einer professionellen psychologischen Psychotherapie. Denn der Experte ist immer der Erfahrende selbst! Vergessen wir Fachleute dies nicht manchmal?

Das Ziel


Heilsame Erleichterungen erfahren, sinnvolle Wege und Lösungen finden und allmählich den persönlichen Kurs wieder auf Entfaltung setzen zu können - weg von der leidvollen Phase der unheilsamen Lebensbewältigung hin zur Selbst-Therapie, heilsameren Lebensbewältigung und zur Phase der erfüllenden Lebensgestaltung.

Dieses Weg-von, dies scheint der Punkt einer integralen Wissenschaft des Wandels, muss jedoch nicht heissen, weg von Leid als Tatsache. In diesem Punkt unterscheidet sich Psychologie von Integraler Psychologie, Psychotherapie von Integraler Psychotherapie, Wissenschaft von Integraler Wissenschaft.

Denn es kann durchaus »bloss« heissen: Weg vom Gefangen-sein im Erleiden eines Leides. Aus der Mystikforschung bedeutet das: Wenn ich (auf Umwegen oder direkt) wirklich erkenne, dass Ich nicht existiert aus sich selbst heraus, sondern eine ständig sich generierende Struktur ist, so gelange ich durch diese tiefe Erkenntnis in einen Erfahrungsraum, in dem das Leiden keines mehr ist, auch wenn es noch da ist. Hier finden wir die Gelassenheit der christlichen Mystik, die Buddhaschaft u.a.


Der erste Schritt


Der erste Schritt, etwas gegen die aktuelle leidvolle und bedrückende Situation zu tun, ist bekanntlich bereits schon der halbe Weg. Jedoch vielleicht nicht »nur» weg vom Leiden, sondern im selben Augenblick auch hin zu tieferer Selbsterkenntnis. Denn wenn es uns wieder »gut« geht, vergessen wir schlichtweg häufig, dass wir auch nach Innen schauen sollten. Und wie sollten das unsere Patientinnen und Patienten lernen, wenn wir Fachleute dies selbst vernachlässigen?


Was zeichnet eine integrale Psychotherapie aus?


• Konstruktivismus, Hirnforschung und Beachtung der Komplexitäten

Eine integrale Psychotherapie vertritt sicherlich eine konstruktivistische Grundhaltung und Ausrichtung. Diese Haltung entspricht den Erkenntnissen und Praktiken der Neuropsychotherapie bzw. der systemisch-konstruktivistischen Psychotherapie, auch hypnosystemische Psychotherapie genannt, und der neueren kognitiven Verhaltenstherapie.

Was bedeutet eine konstruktivistische Haltung? Der einzelne Mensch konstruiert sich bewusst und unbewusst seine Selbst- und Weltsicht selbst, im Austausch mit gesellschaftlichen Sub-Kulturen und Kulturen und in struktureller Einbezogenheit.

Dies sind eigentlich alte Erkenntnisse aus der westlichen und östlichen Philosophie, aber eben auch neuere Erkenntnisse aus der Hirnforschung und Psychotherapieforschung, die in der neu entstehenden Neuropsychotherapie als wesentliche Elemente beachtet werden: Unser Gehirn ist im ständigen Auf-, Um- und Abbau begriffen - man spricht von neuronaler Plastizität -, neue erwünschte Erfahrungen und Erlebnisse müssen die Hirnstruktruen beachtend entsprechend gebahnt werden.

Eine pragmatische (praktische) Orientierung, welche die Tatsache der Selbst- und Welt-Konstruktion beachtet, ist ihr daher sehr wichtig. Und dies ist hilfreich für einen autonomen nachhaltigen Wandel.

Eine sich entwickelnde integrale Psychotherapie achtet daher insbesondere jeweils auf die individuell und situativ gegebene Komplexität - keine Reduktion im Sinne »schrecklicher Vereinfachung« (vgl. Watzlawick) -, die vielfältige Vernetzung und Verkettung der verschiedenen Systeme und die Gangbarkeit (Viabilität) von individuellen Selbst- und Weltkonstruktionen.


• Orientierung an Forschung mit stetem Blick auf nachhaltigen Wandel

Keine Frage: Eine integrale Psychotherapie vertritt eine der allgemeinen Psychotherapie-Forschung verpflichtete Sicht, die sich der wissenschaftlichen Erforschung nachhaltigen individuellen Wandels verpflichtet, unter Mitbeachtung der introspektiven wissenschaftlichen Erkenntnis und anderen wichtigen Wissenschaftszweigen:

Gerade etwa die systematisierte Erforschung des Erlebens ist wichtig zur Erforschung des nachhaltigen menschlichen Wandels und der Frage, wohin die menschliche Bewusstseins-Entfaltung weisen kann.

Mit ihrer grundsätzlichen Wissenschaftsorientierung ist die integrale Psychotherapie pragmatisch ausgerichtet und ganz dem nachhaltigen Wandel verpflichtet - offen und frei von theoretischen Zwängen.

So gelingt es ihr, scheinbar ganz verschiedene Wissenschafts- und Erkenntnisbereiche einzubeziehen, wie zum Beispiel wichtige und nützliche Erkenntnisse aus der Hirnforschung, der Gesundheitspsychologie, der Philosophie oder auch der Geistesschulung des Buddhismus, die der modernen Hirnforschung in einigen Erkenntnissen erstaunlich nahe kommt (bzw. umgekehrt...).


• »Wegmachen« und »Hinmachen«

Eine integrale Psychotherapie unterstützt das Ersetzen des Unheilsamen durch aktive Veränderung von Erfahrung und Lebensgestaltung

Nicht bloss »wegmachen«, sondern auch »hinmachen«: Wenn nur der Blick auf das Weghaben gerichtet ist, fehlt der Blick für das Neue und Heilsame, für das, was das Alte und Unheilsame ersetzt. Darauf weisen etwa die moderne Neuropsychotherapie (Grawe), die moderne Pädagogik und Hirnforschung (Hüther) und die Hypnosystemische Psychotherapie (Schmidt).

Integrale Psychotherapie unterstützt daher auf aktive Weise die indviduelle Erarbeitung der Sicht und der Entfaltung dessen, was das Unheilsame ersetzen soll.


• Lösungsorientierung und Erkennen von Ursache-Wirkungs-Verkettungen

Integrale Psychotherapie vertritt grundsätzlich die Haltung der Lösungsorientierung und den konsequenten Bezug auf die jeweilige aktuelle individuelle Situation

Integrale Psychotherapie hilft als Integrale Wissenschaft des Wandels auf individuelle Weise - unter Beachtung der subjektiven Theorien - im Dialog und in der gemeinsamen Begegnung, den lösungsorientierten Blick auf die jeweiligen individuell entstandenen Ursache-Wirkungs-Verkettungen zu richten. Dies ganz gemäss der neusten neurowissenschaftlichen, verhaltenstherapeutischen bzw. verhaltensmedizinischen und pädagogischen Erkenntnisse, der Systemischen Psychotherapie und interessanterweise auch gemäss des Buddhismus bzw. der buddhistischen Geistesschulung, wie sie da seit Jahrtausenden als Wesentlich zur heilsamen Persönlichkeitsentfaltung gelten.


• Haltung der Offenheit in psychotherapeutischer Begegnung und Theorie

Eine Integrale Psychotherapie vertritt nebst ihrer wissenschaftlichen Orientierung auch in der psychotherapeutischen Begegnung die Haltung der Offenheit. Offenheit insbesondere in der individuellen Begegnung schafft wichtigen Erlebnis- und Erkenntnis-Raum, aber auch bezüglich Themen nachhaltigen Wandels bereitet sie einen freien Geist, etwa gegenüber der Theorievielfalt.

Mit ihrer Haltung der Offenheit will die integrale Psychotherapie den aktuellen individuellen Komplexitäten auf umfassende Weise gerecht werden und ist damit grundsätzlich nicht fixiert auf eine bestimmte Theorie oder Schule, der gemäss sich jede mögliche Erkenntnis unterordnen müsste.

Denn durch eine theoretische Fixierung könnte viel wichtige Information und Methodik verloren gehen, was letztlich nicht nur eine unangemessene Reduktion der individuellen Situation und der aktuellen Komplexität des betroffenen Bewusstseins selbst bewirken, sondern dem nach nachhaltigem Wandel Suchenden nicht unbedingt hilfreich, vielleicht gar schädlich sein könnte: Er würde sich so zum Beispiel auf die jeweils fixierte Theorie reduziert fühlen. Oder zugunsten einer theoretischen Fixierung würde wichtiges nicht beachtet, weil es nicht in die Theorie passte.

Aus diesem Grunde vertritt die Integrale Psychotherapie nicht bestimmte Theorien und Meinungen, sondern konzentriert sich insbesondere auf die individuelle, ganz subjektive Theorie. Der aktuell wirkenden subjektiven Theorie wird gemeinsam Beachtung geschenkt, um ein individuell gut vernetztes Verständnis zu gewinnen. Dies ist wichtig, denn subjektive Theorien sind uns selten selber bewusst und sie sind wesentlich für das eigene Wirkungserleben und nachhaltigen Wandel. Mit zunehmendem innerem Verständnis können wir allmählich lernen, diese selbst zu lenken.

Eine Integrale Psychotherapie geht daher davon aus, dass in einer nachhaltigen Psychotherapie der Therapeut und die PatientInnen gemeinsam eingeladen sind nach den aktuell wichtigen Schritten suchen für einen nachhaltigen Wandel und unter Beachtung der aktuell wirkenden subjektiven Theorie, natürlich unter Nutzung aller zur Verfügung stehenden professionellen Mittel, transparent und mit Beachtung des steten Feedbacks (siehe die nächsten Punkte).


• Eklektische und integrale Psychotherapie

Integrale Psychotherapie sucht die psychotherapeutische Vielfalt, ihre individuelle, eklektische - das Nebeneinander der Vielfalt - und die integrale Anwendung. Integrale Psychotherapie steht für Transparenz, Integration und Offenheit. Auch in Bezug auf die Anwendung von psychotherapeutischen Techniken und Methoden. Integrale Psychotherapie sucht stets nach Formen der Integration zugunsten eines individuellen autonomen nachhaltigen Wandels inklusive der Vermittlung sinnvoller Schritte zur Prävention, z.B. mittels sogenannter Psychoedukation.

Unter Aufrechterhaltung der historisch entstandenen Methoden-Cluster (siehe unten) kann die Integrale Psychotherapie auch bezeichnet werden als pragmatische neuropsychotherapeutisch und systemisch-konstruktivistische Psychotherapie mit verhaltenstherapeutischem und tiefenpsychologischem Hintergrund und einem transpersonalen Horizont.


Integrale Psychotherapie: Im Dienste gemeinsamer Ziel- und Wirkungsorientierung für nachhaltigen Wandel


Die Integrale Psychotherapie steht ganz im Dienste der individuellen Situation und der Ziel- und Wirkungs-Orientierung für positiven nachhaltigen Wandel. Dies bedingt, dass auch wir Fachleute uns auf eine Geistesschulung einlassen, in der wir wichtige Bedingungen der selbst bewirkten Ziel- und Wirkungsorientierung selbst erlernen können.


• Kenntnis der Zusammenhänge auf expliziter und impliziter Ebene


Es gibt sehr viele Gründe für das Entstehen von psychischen Krisen. Psychische Krisen und Erkrankungen, wie auch körperliche Erkrankungen, sind vielfältig verursacht.

Die Zusammenhänge zu kennen ist wichtig und damit auch das detailliertere gemeinsame Erarbeiten der individuell und aktuell wirksamen Verkettungen, damit bestenfalls unmittelbares Wissen entstehen kann, um selbstwirksam heilsame Wirkung bewirken zu können.

Und da vieles im unwillkürlichen und impliziten Erleben bleibt - wir erleben eutlich: »Es« geschieht mit mir -, ist gerade auch der unmittelbare Zugang zum Unwillkürlichen sehr wichtig für positiven Wandel. Dies belegen die Neuropsychotherapie und, ihr ganz ähnlich, die Hypnosystemische Psychotherapie.

Daher beachtet die Integrale Psychotherapie sowohl Therapie-Techniken für bewusste wie auch für unbewusste Lösungsfindung im Sinne moderner Neuropsychotherapie.


• Zunahme der individuellen Autonomie und der Freiheitsgrade


Ein wichtiges Ziel der Integralen Psychotherapie ist die Anleitung und Förderung der Patienten zu autonomen Selbst-Therapeutinnen, zum autonomen Selbst-Therapeuten.

Die wirksame Hilfe zur Selbsthilfe steht damit im Vordergrund, nebst der professionell angeleiteten, gemeinsamen, transparenten Erarbeitung der passenden, anerkannten und vielleicht auch neu sich ergebenden Möglichkeiten an Verständnis der jeweils aktuell wirkenden leidhaften Entstehungsprozesse und natürlich deren Angebote an positiven Umwandlungen.

Der professionelle Therapeut unterstützt und fördert zum erwünschten wirksamen Selbst-Coaching - stimmig zur aktuellen Situation, individuellen Persönlichkeit und zum entstehenden gemeinsamen Kommunikations-Raum, zu dem beide, Therapeut wie PatientIn, Wesentliches beitragen können.

So ist die Integrale Psychotherapie nicht etwa nur durch ein scheinbares Wandel-Bewirken von Aussen, sondern insbesondere durch unterstützendes und förderndes Ermöglichen selbstbestimmten Selbst-Bewirkens, einerseits der wichtigen individuellen Autonomie, andererseits der Nachhaltigkeit menschlichen Wandels auf wirksame Weise gerecht.


• Teamwork PatientIn - Therapeut: Gleichberechtigung und Auftragsorientierung


Diese besondere Haltung der Integralen Psychotherapie zur Gleichberechtigung - kein Expertentum, sondern Transparenz, Plausibilität und feedbackreicher Austausch -, die auch in philosophisch orientierten und systemischen Psychotherapien vorzufinden ist, verändert im Vergleich zu vielen herkömmlichen Psychotherapien das Verhältnis aller Teilnehmenden auf wirksame und angenehme Weise:

Psychotherapie wird so zu einem konsequenten gleichberechtigten Gespräch mit Auftragszielen seitens der Beteiligten an den Psychotherapeuten.

Der als Psychotherapeut Handelnde wird nur aktiv durch Aufträge, die ihm die nach Wandel Suchenden erteilen möchten und er lädt seine Gegenüber zu möglichen Wandlungsaktionen ein, die ihm aufgrund von Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen in der jeweiligen Situationen sinnvoll erscheinen - jedoch nur dann, wenn gemeinsam gut geprüft wurde, ob die Wandlungsaktion auch wirklich passend ist.

Daraus ergibt sich: Der Integrale Psychotherapeut verpflichtet sich zu Plausibilität und Transparenz für alle seine Aktionen im therapeutischen Rahmen.

Das heisst, er muss das, was er anbietet, individuell erklären und als wirklich verhandelbar anbieten, so dass es individuell und situativ sinnvoll, zieldienlich wirksam und machbar wird.

Damit werden psychotherapeutische Interventionen zu einem gemeinsamen Betrachten und Verhandeln, stets ausgerichtet auf den individuellen ziel- und wirkungsorientierten Wandel.

Dies ist wirksam und natürlich sinnvoll, sind doch die besten Experten die Erfahrung tragenden selbst - der Therapeut ist »nur« der Kellner, der unterschiedliche psychologische Interventionen und seine Erfahrung anbieten kann.

Denn ob Wandlungsaktionen letztlich sinnvoll sind, bestimmt der bereits erfolgte Wandel, nicht etwa ein aussenstehender Therapie-Experte. Und ob der Wandel eintreten kann, kann am Besten der/die Betroffene selbst ahnen. Daher ist das gemeinsame Prüfen wesentlich.


• Feedbackorientierung und Psychoedukation


Dem Wandel sehr förderlich ist es, sich auf der Grundlage der eigenen Erfahrung und des individuellen wie auch professionellen Hintergrunds in einen Raum des offenen gemeinsamen Hinsehens zu begeben.

Das heisst: Einfach gemeinsam die Situation betrachten, gemeinsam analysieren, die wichtigen wirkenden Wirkungen und Verkettungen möglichst gut beachtend.

Je offener der Raum der gemeinsamen Situationsanalyse ist, umso mehr Informationen können herangezogen werden, die zur Lösungsfindung wesentlich sind.

Je besser dies, unter der professionellen Anleitung des Therapeuten und der feedbackreichen gemeinsamen Kommunikation, gelingt, umso eher auch gelingt daher der erwünschte Wandel, da so die grösste Vielfalt an nützlicher Information verfügbar ist.

Durch die stete Vermittlung der Zusammenhänge und Verkettungen - sogenannte Psychoedukation -, sind nebst der höchsten Informationsdichte ergibt sich auch die optimale autonome Handlungsfreiheit und Lösungsmöglichkeit.


Ziele der Integralen Psychologischen Psychotherapie


Die Ziele für eine integrale psychologische Psychotherapie sind natürlich stark von der jeweiligen aktuellen und individuellen Situation abhängig.

Wichtige allgemeine Ziele sind:

• Die erfolgreiche gemeinsame Ausrichtung auf innere und/oder äussere positive Veränderung
• Eine verantwortungsvolle tragfähige und auftragsorientierte therapeutische Begegnung
• Hilfe zur Selbsthilfe
• Eine aktive Unterstützung und eine gelingende wirksame Suche nach möglichen Lösungen
• Vermittlung, Nutzung und Einsichten konstruktivistischer Neuropsychotherapie
• Diskurs über den Lebenssinn, Unterstützung bzgl. spiritueller Bedürfnisse, Vermittlung fundierter meditativer Wege
• Ein heilsamer und präventionsfähiger Einblick in aktuell wirkende Zusammenhänge
• Unterstützung von Angehörigen psychisch erkrankter Menschen

Wert gelegt wird unter anderem auf die Vermittlung eines gelingenden emotionalen, geistigen und verhaltensorientierten - »gehirngerechten« - heilsamen, positiven Umgangs mit aktuellen Krisen und Störungen, gemäss modernsten neurowissenschaftlichen und psychotherapeutischen Erkenntnissen.


Die grossen Methoden-Cluster der psychologischen Psychotherapie


Wir wissen es: Es gibt eine ungeheure Vielzahl von professionell anwendbaren Methoden der psychologischen Psychotherapie, die je nach therapeutischem Bedarf und individueller Situation sinnvoll sein können.

Historische Sicht

Historisch betrachtet sind vier grosse psychotherapeutische Methodenbereiche (Methoden-Cluster oder Methoden-Häufchen) entstanden. Diese bildeten, da sie oftmals gegeneinander arbeiteten, jeweils neue Schulen: Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie und Psychoanalyse, Systemische Psychotherapie, Humanistische Psychotherapie.

Grabenkämpfe

Auch heute sind leider noch sehr starke »Grabenkämpfe« in unserer Zunft im Gange. Diese Kämpfe verhindern eine wirklich integrale Sichtweise sowie eine wissenschaftlich-offene Sicht auf vernachlässigte Aspekte möglicher menschlicher Erkenntnis und Erfahrung, die etwa eine spirituele Psychotherapie und transpersonale Psychologie betont.

Eine integrale Sicht aber ist unabdingbar für eine Theoriebildung des nachhaltigen menschlichen Wandels und daher auch zieldienlich für die Psychotherapie selbst. Sie trägt zu einem Bewusstseinswandel bei den Vertretern jeweiliger Schulen bei. Durch Kämpfe der Methoden-Cluster gegeneinander - Schulen- und gar Glaubenskämpfe - wird dies verhindert. Sind da vielleicht viele Fachvertreter überfordert mit der Komplexität der Reflexion, Erforschung und individuellen Nutzung einer integralen Sicht des menschlichen Bewusstseins und seines Wandels?

Neurowissenschaft, Neuropsychotherapie, Entstehung von psychotherapeutischen Leitlinien

Aus der Forschung der Neurowissenschaften entstehen zur Zeit die Neuropsychotherapie und daraus psychotherapeutische Leitlinien, die sich an den Erkenntnissen der Hirnwissenschaften orientieren und nicht mehr an und für sich an die theoretisch und praktisch unterschiedlichen Schulen.

Da diese Erkenntnisse wesentlich sind für die Entstehung eines nachhaltigen Wandels, werden wohl früher oder später all die verschiedenen Schulen diese Erkenntisse in einem integrativen Prozess aufnehmen. Oder anders gesagt: Dort, wo nachhaltiger Wandel längst eine Selbstverständnlichkeit ist, sind die Erkenntnisse der Neurowissenschaften und der Neuropsychotherapie eher eine Art Bestätigung. So ist es etwa auffällig, wie nah sich die Neurowissenschaften und der Buddhismus kommen.

So werden sich denn auch viele Unterschiede auflösen bzw. es wird zu erkennen sein, dass die unterschiedlichen Schulen nicht mehr oder weniger die Wahrheit vertreten, sondern alle miteinander einen Teil davon, auf je unterschiedlichen Ebenen.

Wichtig ist daher, dass wir aus unserer professionellen psychotherapeutischen Sicht immer wieder Wege der Integration suchen, die diese unterschiedlichen Ebenen - zu jeweils gegebenen Zeitpunkten - beachten können. Und dies auch tun.

Welche historisch unterschiedlichen Schulen gibt es, welche wichtigen Ebenen für eine integrale Sichtweise nachhaltigen menschlichen Wandels bezeichnen sie und in welchem Bezug stehen sie zur Neuropsychotherapie?

Verhaltenstherapie

Verhaltenstherapie orientiert sich aus der Entstehungsgeschichte heraus »bloss« am Verhalten. Heutzutage werden nebst der Ebene des Handelns natürlich auch die Ebenen des Erlebens - des Denkens und Fühlens - beachtet, also die kognitive und emotionale Ebene. Das Ziel ist ein wirksam pragmatisches Herangehen an individuelle Probleme und Krisen.

Aus der Sicht der Neuropsychotherapie handelt es sich hier um wichtige praktische »Bahnungen« von neuronalen Mustern, die aktiviert und angewendet werden sollten für heilsameres Erleben.

Tiefenpsychologie und Psychoanalyse

Tiefenpsychologische, psychoanalytische und daseinsanalytische - die Daseinsanalyse lässt sich auch unter dem humanistischen Methoden-Cluster einordnen - Methoden entstanden aus der Sicht, dass es so etwas wie unbewusste Motive gibt, die den Menschen zu Handlungen antreiben. Diese unbewussten Motive sind Teil von bestimmten Mustern, die unheilsames Erleben auslösen können. Daher ist aus dieser Sichtweise eine umfassende Tiefen-Analyse der aktuellen unbewussten Lage wichtig.

Aus der Sicht der Neuropsychotherapie handelt es sich hier um wichtige unbewusste Bahnungen, die zu beachten sind für das pragmatische, oben genannte, Neubahnen und Aktivieren von Mustern. Je nach individueller psychischer Situation ist diese Ebene also mitzubetrachten, aber nicht immer.

Systemische Psychotherapie

Systemische Psychotherapie dient der systemischen Diagnose und der kreativen systemisch psychotherapeutischen Herangehensweise. Was heisst systemisch? Zunächst bezeichnete man damit Strukturen in menschlichen Gruppen: Paare, Familien, Kulturen, Subkulturen, Gesellschaften, Nationen.

Mit der sogenannten kognitiven Wende veränderte sich nicht nur die Verhaltenstherapie, sondern auch die Systemische Psychotherapie und es kamen immer stärker konstruktivistische Elemente ins Spiel, die man in der Philosophie seit jeher kannte, nicht aber in der Psychotherapie: Der Mensch konstruiert seine Selbst- und Weltsicht selbst, im Austausch mit seiner Umwelt. Es entstand eine neue Art von systemischer Sicht, die sogenannte radikalkonstruktivistische und hypnosystemisch Sichtweise (vgl. Watzlawick, Glasersfeld, von Förster, Schmidt etc.).

Aus der Neuropsychotherapie handelt es sich hier um die wichtige Ebene und Tatsache der Neuroplastizität und Vernetztheit: Im Gehirn werden immer neue Verbindungen verknüpft und dies lässt uns uns selbst und die Welt anders erleben und erkennen.

Humanistische Methoden

Humanistische Methoden sind mehr philosophisch und ganzheitlich sinnorientiert sowie körperorientiert. Auch transpersonale Ansätze - transpersonal meint: das Personale Selbst überschreitend, also mit der Beachtung von Spiritualität - sind hier dabei.

Aus der Sicht der Neuropsychotherapie ist die Beachtung eines Ganzheits-Ansatzes wichtig, insbesondere, um individuell eine übergrordnete Struktur - eine sinnvolle Gestalt - zu finden sowie was das Einbeziehen des Körpers betrifft: Dies ermöglicht Erfahrung des Selbstbewirkens und erlaubt erst Neu-Bahnungen im Gehirn, die nebst der Häfigkeit der Anwendung verantwortlich sind für die Nachhaltigkeit des entstehenden positiven Wandels.

Die transpersonale spirituelle Sichtweise kann die Neuropsychotherapie nur aus ihrer Sicht der neuronalen Musterbildung erklären. Dies ist zwar - aus der Sicht der wissenschaftlichen Untersuchung der transreligiösen Mystik - viel zu wenig und krass reduziert, aber durchaus hilfreich als Sicht für die Basis bildende Gestaltung von Bahnungen im Gehirn. Damit ist die für einen spirituellen Weg wichtige Geistesschulung angesprochen: Die findet im Wesentlichen im Gehirn ihre Musterung. Was die Spiritualität bzw. eine spirituelle Psychotherapie aber als Erkenntnis und Erfahrung eröffnen kann, ist freilich nicht das Fachgebiet der Neuropsychotherapie.


Ein möglicher Versuch der Integration: Drei Ebenen menschlicher Erfahrung


Eine professionelle Integrale Psychologische Psychotherapie kombiniert und integriert aus diesen vier grossen historischen Methoden-Cluster und weiteren wichtigen wissenschaftlichen schulenübergreifenden Erkenntnissen wie der Neurowissenschaften eine integrale, therapeutisch sinnvolle individuelle Methodenanwendung.

Durch ihre Integrale Sichtweise unterscheidet die Integrale Psychotherapie die wichtigen drei Dimensionen oder Ebenen menschlicher Erfahrung und Erkenntnis:

1. Die individuelle Ebene: Diese zeichnet sich dadurch aus, dass wir als Menschen unsere Selbst- und Weltbilder immer wieder von Neuem konstruieren, verändern und bestätigen. Die individuelle Ebene ist eine wichtige konstruktivistische Ebene, die seit der sog. Kognitiven Wende sowie vom Konstruktivismus beachtet wird.

2. Die interpersonale Ebene: Diese Ebene beachtet alles inneres und äusseres Verhalten, das auf andere Lebewesen oder ihrer Abstraktionen bezogen ist, wie: Verhaltenstherapie, psychodynamische Tiefenpsychologie bzw. psychoanalytisches Gedankengut, Systemische Psychotherapie.

3. Die existentielle und transpersonale Ebene: Diese Ebene beachtet die Erkenntnis- und Erfahrungsebene, die als transpersonal bezeichnet wird, da sie die personale Ebene transzendiert - und integriert. Ohne erfolgreiche Integration kann die transpersonale Ebene in eine spirituelle Krisen münden. Der philosophisch-psychologische Existentialismus gilt in dieser dimensionalen Sicht als mögliche wichtige Vorbereitung zur spirituellen Erfahrung.

Ihr Ziel ist damit die Erforschung und Anwendung dieses grossen Wissens menschlichen Wandels eben nicht »nur« für eine verantwortungsvolle und effizient arbeitende individuelle psychologische Psychotherapie, die sie als wirkungs- und zielorientierte verhandelbare Angebote und Einladungen anbietet, sondern vielmehr noch: Einen wichtigen Beitrag zu leisten zur Erforschung und Realisierung einer wirklich gelebten interdisziplinär-integralen Wissenschaft des Wandels.

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